Wer durchs Leben rollt, stolpert anders …

imagesHabt ihr schonmal kein vertrauen in einen Menschen gehabt? Wahrscheinlich mal eher schon – Habt ihr aber auch schonmal kein Vertrauen in euch selbst und niemand anderen gehabt?

Um auf unser Motto: Wer durchs Leben rollt, stolpert anders. Vertrauen zwischen Menschen die durchs Leben rollen und jenen die durchs Leben gehen istunserer Meinungnach eng mit dem Thema Inklusion vernetzt. Entsteht also am besten, wenn alle Menschen gleichberechtigt sind. In vielen Bereichen ist das auch schon so.

Zumindest bei Leo gibt es aber oft das Gefühl nicht seinen Möglichkeiten nach entsprechend eingeschätzt zu werden. Das äußert sich merkbar meistens so, das er unbewusst Fehler macht und ihm keiner darauf hinweist Oft hat er deshalb das Gefühl 150 % Leistung geben zu müssen und sich ständig zu hinterfragen, ob er alles richtig macht und vor allem alle fragen zu müssen ob das so passt. Ehrlich gesagt gelingt ihm das bis jetzt nicht immervor allem andere Leute zu fragen, ob alles passt. Es gelingt ihm aber hoffentlich immer öfter

Was hat das aber jetzt mit Inklusion zu tun? Inklusion heißt alle Menschen gleich zu behandeln und zu berechtigen. Fehler gleich zu Akzeptiren und allen dieselben Möglichkeiten zu geben.

Das klapptunserer Meinungnach am besten wenn Menschen sich gegenseitig über ihre Möglichkeiten und Einschränkungen unterhalten. Menschen die durchs Leben rollen anzufangen über ihre MöglichkeitenWir meinen Möglichkeiten die durch ihre Behinderung eingeschränkt sindzu berichten.

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2 Antworten zu Wer durchs Leben rollt, stolpert anders …

  1. Abendlaender schreibt:

    Guten Tag,
    Ich selbst habe ADHS, was mich im zwischenmenschlichen sehr einschränkt.
    Ihr schreibt sehr lesenswerte Beiträge! Mir gefällt vor allem, daß nicht der erhobene Zeigefinger gegen die böse, nichtbehinderte Welt ist im Vordergrund steht. Manchmal allerdings bin ich wütend darüber, wie bewegungseingeschränkte Menschen immer noch ausgegrenzt werden.

    Ihr habt geschrieben, daß es schwierig sei, sich vollständig in den anderen hineinversetzen. Da ist sicherlich etwas dran. Im Falle von Rollifahrern ist es aber keine Kunst, zu erahnen, daß der Zugang nur über Treppen, womöglich noch lange und/oder steile Treppen, für sie hinderlich ist. Ich kann es verstehen, daß nicht überall von heute auf morgen Aufzüge und Treppenlifte gebaut und alles neu gestaltet werden können. Aber ist es denn zu viel verlangt, Treppen mit Rampen und Mittelgeländern zu versehen, um es Rollifahrern und Helfern einfacher zu machen. Es kann von der Bahn erwartet werden, daß alle Halte und Züge per Rampe zugänglich sind.

    Berührungsängste sind sicher auch auf beiden Seiten zu suchen. Unter Fußgängern gibt es noch zu viele Vorurteile und gedankenloses Verhalten. Unter Rollifahrern und anderen erheblich eingeschränkten Menschen wiederum gibt es aus meiner Beobachtung solche, die den erhobenen Zeigefinger,vor sich hertragen und meinen, daß in ihrer Anwesenheit sich alles um sie drehen soll. Ich habe Angst, daß ich für einen Fehler womöglich runtergemacht werde, was ich als ADHSler noch weniger vertragen kann. Besonders gedankenlose, taktlose und vorurteilsbehaftete Zeitgenossen brauchen hingegen einen Schuß vor den Bug. Besonders kraß bringt das eine Bloggerin namens Laura Gelhaar als Arschlochfilter zum Ausdruck.

    Was die meisten Fußgänger schon gar nicht nachvollziehen können, sind „überzeugte Behinderte“, die eine Behandlung zur Beseitigung der Behinderung ablehnen würden. Wenn es um die Forschung geht, um Lähmungen irgendwann heilen zu können, beobachte ich zwei sich fast bekämpfende Lager, nämlich diejenigen, die sehr große Hoffnungen in eine mögliche zukünftige Heilung setzen und andere, die das Bestreben, Behinderungen ganz aus der Welt zu schaffen, als ein verfehltes Menschenbild entschieden zurückweisen.

    Schönen Gruß, Alex

    • Leo schreibt:

      Hallo Alex,

      Es freut uns sehr zu hören, das dir unsere Beiträge gefallen!
      Wir finden es extrem wichtig nicht mit dem erhobenem Zeigefinger gegen die böse, nichtbehinderte Welt loszugehen. Wie du es nennst 🙂 Das führt unserer Meinung nach genau dazu, das die „nichtbehinderte Welt“ erst recht nichts mit der „Behinderten Welt“ zu tun haben will. Leider gibt es viele in der „Behinderten Welt“ die keine Möglichkeit auslassen sich über alles übertrieben zu beschweren und alles übertrieben schlecht zu machen. Das macht mich auch wütend und führt dazu das sozialpolitische Probleme nicht gelöst werden können – bremst somit Inklusion.

      Es ist sicher in deinem Fall noch schwieriger sich in deine Lage zu versetzen. Wie du richtig sagst, einen Rollstuhl sieht man ja gleich auf den ersten Blick. Es geht uns allerdings um kleinere Dinge auf die einem nicht gleich in den Sinn kommen, wenn man nicht im Rollstuhl durchs Leben rollt. Ich verstehe auch, das es nicht von heute auf morgen möglich ist überall Lifte einzubauen. Das wollen wir auch nicht beanstanden, denn das wäre unfair von uns. Wir wollen einfach, das die „nicht Behinderte Welt“ einfach ein bisschen über die „Behinderten Welt“ weiß und darüber nachdenkt und sich Gedanken macht. Das wäre schonmal ein guter Anfang.

      Ja, da Stimme ich dir total zu Berührungsängste gibt es bestimmt auf beiden Seiten. Die können nur abgebaut werden, wenn Menschen aus der „Behinderten Welt“ von aus ihrem Leben berichten. Woher soll sonst die „nicht Behinderte Welt“ darüber informiert sind und keine Angst mehr vor der „Behinderten Welt“ haben bzw. wissen wie sie mit einem aus der „Behinderten Welt“ umgehen sollen.

      Ja, das macht mich oft auch ziemlich wütend, das die „nicht Behinderten Welt“ nicht nachvollziehen kann, das es auch „überzeugte Behinderte“ – wie du sie nennst – gibt. Am Meisten ärgern mich Sätze wie „Ich wünsche dir das deine Behinderung bald besser wird“ oder „das Gehen klappt ja heute schon viel besser“. Ich denke „Behinderung“ beseitigen wird man nie physisch können, also zB. alle Gelähmten so weit zu bringen, das sie keinen Rollstuhl mehr brauchen. Man kann „Behinderung“ aber bestimmt psychisch in den Köpfen der Menschen beseitigen, also verändern wie die „Behinderte Welt“ mit der „nicht Behinderten Welt“ – bzw. umgekehrt – umgeht, Sodas es irgendwann nur mehr eine Welt gibt in der es kein Thema mehr ist, ob du eine „Behinderung“ hast oder nicht.

      Danke für deinen tollen Kommentar!
      Schönen Gruß Leo

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